Jul 27 2009
Ironman Klagenfurt 2009 – Andis Bericht
Ein “kleiner” Bericht über das Rennen…
Vorbereitung:
Es lief alles wie geschmiert, außer das ich am Morgen des Rennens meine Verdauung nicht in Ordnung bringen konnte, aber dazu später
Schwimmen(3,8km): 01:16:32 – 1361 Platz
Nun, ich war scheiss nervös vor dem Start. Die ganze Woche war ich ziemlich ruhig, aber vorm Start hat sich die Gänsehaut fast durch den Neopren durchgedrückt. Der Start war problemloser als erwartet. Aber danach wurde es eng…ich bin einige male von Mitschwimmern in dieZange genommen worden, fing aber bald an mich zu verteidigen
. Nach ca. 1500m kam ich wirklcih gut ins ziehen und konnte in einem schönen 3er Zug dahin schwimmen. Ich driftete ein wenig zu weit nach rechts ab, kostete sicher einige Meter aber brachte mir bis zum Lendkanal Ruhe…im Lendkanal ging es zu pfuuuhh…in the middle of the pack (350 Leute innerhalb von 5 Minuten)…Der Lendkanal hat einen Vorteil, der Sog der Vorderleute treibt ungemein an, aber ich bin den Kanal zum größten Teil zick-zack zwischen den Leuten geschwommen. Ganz wahnsinnig haben mich jene gemacht die aufeinmal auf Brust umgestiegen sind, dies führte bei mir 2 mal zu gewaltigen Schlägen auf den Kopf %-/. Ein nettes Detail ist mir aufgefallen, Red Bull hat glaube ich Guerilla Marketing gemacht, habe 5 Dosen am Grund des Lendkanals gezählt ![]()
Nach für mich tollen 1:16:32 ging es mit flotten Schritt in die Wechselzone zum Radfahren.
Wechselzone 1: 00:03:27 – 01:19:59 – 1159Platz
In der Wechselzone habe ich mich nicht lange aufgehalten, habe mir extra eine Kurzhaarfrisur vor dem Bewerb zugelegt damit ich mich nicht stylen muss(@Flo).
Habe durch meine Wechsel, ich war flott aber ich habe es nicht als hektisch empfunden, lockere 200 Plätze aufgeholt!!!! Auch ein Indiz das es im Lendkanal eng war
Rad Runde 1(90km): 02:33:58 – 03:53:58 – 858Platz
Am Rad ging es flux raus aus Klagenfurt und auf das Südufer des Wörthersees. Entlang des Südufers ging es aufgrund der großen Anzahl der Teilnehmer gar nicht anders als im Paket zu fahren. Teilweise sind wir 3 spurig unterwegs gewesen.
Die ersten 30-40km quälte mich meine linke Hüfte und dann auch meine rechte. Ich hoffte, dass dies Folgen des Schwimmens sind. Ich habe im Training keinen einzige Swim/Bike Koppeleinheit gemacht, daher konnte ich über meine Hüften nur spekulieren. Es war dann auch so, nach 40km waren die Schmerzen in der Hüfte Geschichte.
Ich fühlte mich saugut am Rad, außer das Essen alle 10km einen Riegel machte micht unglücklich, es ist einfach nicht lustig sich unter Belastung und Hitze sowas in den Magen zu stopfen. An den Bergen nahm ich mich ein wenig zurück, auch mein Puls war im hellgrünen Bereich, immer unter 155…dachte schon ich muss schneller fahren ![]()
Die erste Runde wurde in einem für mich unglaublichen 34km/h Schnitt beendet (offiziel 35km/h, aber sorry Leute die Runde in Klagenfurt ist nicht 90 sondern nur 88km lang).
Die größte Überraschung gab es an der Umkehrstelle, unsere Fans die extra angereist waren standen dort und ich habe sie auch gesehen!!! Das war wirklich speziell mit Affenzahn durch die Leute die Jubeln und schreien und dann auch noch ca 5-8 die man kennt…Gänsehaut…DANKE nochmals!!
Rad Runde 2 (180km): 02:47:07 – 06:41:05 – 775Platz
Nun ja, die erste Runde war super gelaufen und der Traum der SUB10 schien schön langsam real zu werden. Ich war schon 6min vor der Marschtabelle SUB10. Meine erste Pinkelpause legte ich ca. auf km100 ein. Ab da ging das Radtempo rapide bergab, ich konnte es einfach nicht mehr halten, auch das Essen wurde immer schwieriger, doch ich zwang mich die Riegeln in mich hinein zu stecken auch wenn der Würgereiz immer größer wurde, die Ernährung einzustellen wäre fatal. Auf den Bergen ging es mir immer am besten. Am meisten machten mich die flachen oder ganz leicht bergauf Stücke fertig (mehr Krafttraining beim nächten mal).
Auch die zunehmende Hitze brachte mich an meine Grenzen. Selbst nach dem Rupertiberg litt ich bis nach Klagenfurt hinein. Ich konnte meinen Schnitt aber auf 32,6km/h (offiziell 33,6km/h) halten, dies war noch immer über Marschtabelle.
Wechselzone 2: 00:02:37 – 06:43:43 - 729Platz
Ich hielt mich wieder nicht lange in der Wechselzone auf
. Wechsel war ereignislos. Aber wieder 50 Kollegen überholt
Laufen (42,2km): 03:31:14 – 10:14:57 – 301Platz
Geplant war eine Marathonzeit von 3:10 geträumt habe ich sogar von SUB3. Zu dieserPlanung kann ich nur sagen “Andi du bist ein VOLLIDIOT”. Die schnelle Laufzeit beim 70.3 in St.Pölten hat mich zu dieser Planung hingerissen.
Aber alles nach der Reihe…Ich ging mit 7min Zeitvorsprung auf SUB10 auf den Marathon. Gleich am ersten Kilometer hatte ich Probleme mit meiner rechten Fußsohle, komplett verspannt vom Radfahren. Auf den ersten 5km versuchte ich eine 4:15 Pace zu laufen, dieses Vorhaben hat mir der Herr Ironman aber schnell ausgeredet, also dachte ich naja eine “lockere” 4:30 min/km geht sich auch aus…Denkste…ich litt wie ein Schwein und das schon auf den ersten Kilometern, ich dachte mir wie soll ich jetzt noch einen Marathon laufen, des kann nicht gehen, ich fühle mich jetzt schon wie bei km35 bei einem reinen Marathon. Ich hatte das Gefühl als ob ich nicht vom Fleck komme und die 40km vor mir unendlich sind (selbst mit dem Rad wären sie mir ewig lang vorgekommen). Bei km 3 standen dann wieder Flo und meine Fans, die sogar ein Transparent hatte!!! Ich dachte mir wenn die (und vor allem meine Freundin) wüßten wie ich beinand bin…In Krumpendorf nach der ersten Wende kam Flo entgegen, eine tolle Leistung von ihm, da er erst im April seinen ersten Marathon gelaufen ist!!! Bei km7-8 an einer Labestation passierte ein Wunder. Ein kleiner Bub stand mit einem Küberl voller Crashed Ice am Wegesrand…ahhhhh… ich füllte meine Kappe bis oben hin an und machte mir einen Eishelm…war das guuuuuut. Aber leider kam danach keine Eisstation mehr ![]()
Bis km21 hielt ich noch tapfer einen Schnitt unter 5:00min/km.
Komischerweise wurde es nach dem Halbmarathon mental einfacher. Ich schöpfte wieder Mut. Jetzt kam aber meine am Morgen nicht in “Ordnung” gebrachte Verdauung ins Spiel
. Ich suchte 5km (gefühlte 50km) nach einem Dixi, was ich auch fand. Nach 2Minuten war die Sache erledigt und es ging frohen Mutes und um einiges entspannder weiter. Mein Schnitt pendelte immer knapp über 5:00min/km. Zu diesem Zeitpunkt habe ich mich vom Traum SUB10 verabschiedet und mir eingeredet, dass die Hitze schuld ist ![]()
Auf den letzten 4km hat es einen Wolkenbruch gegeben, für mich leider 2std. zu spät. Im Zielkanal mußte ich leider sprinten und konnte mich nicht bei meinem Fans und Kathi bedanken…sorry nochmal, aber so bin ich wenn auf der Uhr 10:14:50 stehen
Fazit:
Für meinen ersten Ironman bin ich 99,9% zufrieden. Ich habe viel gelernt und erstaunlich wenig falsch gemacht. Wenn ich das Rennen vom Sonntag nochmals machen würde, würde ich am Vorabend weniger oder anders essen, damit meine Verdauung am Mogen funktioniert und die erste Radrunde langsamer angehen. Bei der Ernährung muss ich weiter experementieren, den ich kann die Powerbars echt nicht mehr sehen…vielleicht finde ich da was anderes…Aja und ich habe auch eine Portion Demut mitbekommen vor einem Marathon bei einem Ironman, das ist nicht mit einem Singlemarathon zu vergleichen.
Herzlichen dank an alle die uns an diesem Wochenende unterstützt haben, auch an die Daheimgebliebenen die an uns gedacht haben. Einen besonderen Dank an meine Freundin Kathi die im großen und ganzen die ganze Vorbereitung nicht unterstützt aber zumindest akzeptiert hat
& :*




